„Frauenliebe und -Leben“ – Liederabend am 3. Oktober 2026

„Frauenliebe und -Leben“
Liederabend mit Kirsi Tiihonen, Sopran & Terhi Dostal, Klavier
3. Oktober, 17 Uhr im Lichtwarksaal
Programm:
Clara Schumann: Sechs Lieder aus Jucunde
Robert Schumann: Frauenliebe und -Leben Op. 42
Terhi Dostal: Liebeslieder – nach Gedichten aus Brahms’ Notizbuch von 1853
Johannes Brahms: Liebe und Frühling I & II Op. 3 Nos 2-3, Junge Lieder (Meine Liebe ist grün) Op. 63 Nr. 5, Wehe so willst du mich wieder Op. 32 Nr. 5, Von ewiger Liebe Op. 43 Nr. 1

Robert Schumanns Zyklus „Frauenliebe und Leben“ bildet den Ausgangspunkt dieses Programms – ein Werk, das bis heute fasziniert und herausfordert. Die Texte von Adelbert von Chamisso sprechen zwar aus männlicher Perspektive über das Leben einer Frau; doch Schumanns Musik verleiht dieser Figur eine emotionale Wahrheit und innere Größe, die weit über das zeitgenössische Rollenbild hinausweisen.
Bei diesem Liederabend wird der Zyklus in einen größeren Dialog gestellt: Clara Schumanns Lieder bringen die Stimme einer romantischen Komponistin zu Gehör, deren musikalische Sprache von Klarheit, poetischer Feinheit und selbstbewusster Eigenständigkeit geprägt ist. Es folgen neue Liebeslieder von Terhi Dostal nach Gedichten aus Brahms’ Notizbuch von 1853 – Texte, die aus dem romantischen Umfeld stammen, aber hier durch eine heutige weibliche Kompositionsstimme neu belebt werden.
Schließlich runden Lieder von Johannes Brahms das Programm ab. Auch bei Brahms ist die erzählende Stimme überraschend oft weiblich: eine Frau, die liebt, zweifelt, hofft, erinnert – manchmal kraftvoll, manchmal verletzlich, aber stets mit innerer Würde.

KIRSI TIIHONEN hat an zahlreichen führenden Opernhäusern Europas gesungen, darunter die Oper Frankfurt, die Staatsoper Unter den Linden und die Mailänder Scala. Die Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe erreichte 1995 das Finale des renommierten Wettbewerbs Cardiff Singer of the World, wo sie außerdem den Preis für die beste Liedinterpretation erhielt. Gemeinsam mit der Pianistin Terhi Dostal und dem Bassisten Timo Riihonen veröffentlichte sie 2024 die CD Ilmari Hannikainen: Early Songs (Hänssler Classic / Deutschlandfunk Kultur).
DR. TERHI DOSTALS Karriere begann mit einer Aufführung als Solistin zusammen mit dem Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg unter der Leitung von Valery Gergiev. Sie studierte Klavier an der Sibelius-Akademie in Helsinki (Finnland) und an der internationalen Klavierakademie Imola (Italien). In ihrer bisherigen Laufbahn hat Dostal ihren Schwerpunkt auf die Interpretation der Musik von Johannes Brahms gesetzt. Als Komponistin schrieb sie mehrere Klavierwerke, eine Messe für Chor und Orchester, Kammermusikwerke und Lieder. Terhi Dostal ist Mitglied der Johannes-Brahms-Gesellschaft Hamburg,

Was heißt hier konservativ? – Vortrag am 12. September

„Was heißt hier konservativ?“ – Brahms und die Neudeutschen im Licht heutiger Diskussionen über den Fortschritt

Ein Vortrag mit Musikbeispielen mit Wolfgang-Andreas Schultz

Samstag, 12. September 2026 um 18 Uhr im Mahler-Museum

Eintritt frei, Spenden erbeten

Was steckte hinter dem heftigen Parteienstreit in der Mitte des 19. Jahrhunderts? Möglicherweise wird damals Unausgesprochenes erst sichtbar, wenn man es in das 20. Jahrhundert hinein verlängert.

Der Vortrag zeigt auf, was philosophisch in den musikalischen Formen symbolisch verschlüsselt ist und wohin es führen kann, wenn man in vermeintlich „absoluter Musik“ die Töne von ihren Bedeutungen löst. Auch geht es um die Probleme einer linearen Fortschrittserzählung, die das Denken über zeitgenössische Musik immer noch dominiert.

Welche Türen haben sich in der Moderne geöffnet durch die Begeisterung für Mephisto und die Faszination des Bösen? Könnten die problematischen Entwicklungen im 20. Jahrhundert Brahms‘ scheinbar konservativem Verhältnis zur Tradition erneut Aktualität verleihen?

 

So klingt Brahms!

 

An jedem 4. Samstag im Monat bringen jeweils wechselnde PianistInnen für Sie eine gute Viertelstunde lang das historische Tafelklavier („Baumgardten & Heins“ von 1859) zum Klingen, auf dem Brahms unterrichtet und häufig gespielt hat.

Die Vorführung findet um 15 Uhr statt und ist im Museumseintritt enthalten. Reservierungen unter info@komponistenquartier.de oder Tel.: 040-636 078 82.

Brahms-Portal nun online!

Das Großangelegtes Digitalisierungsprojekt zu Johannes Brahms ist seit dem 1. August online.

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck macht seine weltweit einzigartige Sammlung zu Johannes Brahms jetzt online zugänglich. Interessierte aus Musikforschung und Musikpraxis bekommen dadurch neue Zugänge zu Brahms´ Leben und Werk. Ob vertiefte Recherche oder neugieriges Stöbern: Das Brahms-Portal macht die Welt des Komponisten durch 43.000 Digitalisate auf innovative Weise erlebbar. Die wertvollen Lübecker Bestände wurden nach neuesten Standards digital erfasst und semantisch vernetzt.

Als Leuchtturmprojekt der Digitalisierung wurde das Brahms-Portal durch das Struktur- und Exzellenzbudget des Landes Schleswig-Holstein und durch die Possehl-Stiftung Lübeck mit 800.000 Euro finanziert. Das Brahms-Portal lädt zu Entdeckungen mit allen Sinnen ein: Es ermöglicht, durch die kostbaren Fotografien, Briefe und Musikhandschriften zu stöbern oder sich virtuell durch die historischen Räume des Lübecker Brahms-Instituts zu bewegen. Dank einer Kooperation mit der Deutschen Grammophon lassen sich alle Werke von Johannes Brahms im Portal in Ausschnitten anhören. Für die Autographen wurden aufwändige Videopartituren erstellt. Weltweit gibt es nur eine Handvoll vergleichbarer Komponistenportale.

Startseite – Brahms-Portal

 

 

Ensemble Resonanz erhält Johannes-Brahms-Medaille

Das Ensemble Resonanz wird mit der Johannes-Brahms-Medaille der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet. Mit der 1928 gestifteten Medaille werden Personen und Gruppen geehrt, die bedeutende Beiträge auf dem Gebiet der Musik geleistet haben und sich insbesondere um die Pflege von Brahms‘ musikalischem Erbe verdient gemacht haben. Die Auszeichnung wird am Donnerstag, dem 25. April, im Rahmen der Konzertreihe „resonanzen in der Elbphilharmonie“ von Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda zu Beginn des Konzerts im Großen Saal der Elbphilharmonie überreicht.

Prof. Matthias Kirschnereit, Präsident der Johannes-Brahms-Gesellschaft Hamburg: „Im Namen der Johannes-Brahms-Gesellschaft Hamburg gratuliere ich dem Ensemble Resonanz sehr herzlich zu dieser traditionsreichen Auszeichnung! Ich freue mich überdies, dass der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg dem Vorschlag unserer Gesellschaft gefolgt ist, dieses innovative Ensemble verdient zu ehren. Nicht nur wird die Johannes-Brahms-Medaille diesmal im Großen Saal der Elbphilharmonie verliehen; die Ehrung erfolgt innerhalb eines Konzerts, bei dem Brahms´ vierte Sinfonie erklingt: ein Rahmen, der würdiger nicht sein könnte.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien Hamburg: „Das Ensemble Resonanz begeistert mit seinen neuen Zugängen zu klassischer Musik ein ausgesprochen vielfältiges Publikum weit über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus. Dank seiner exzellenten musikalischen Qualität, seinem innovativen Profil, seiner Nahbarkeit und einer großen Lust auf verschiedenste Formen von Musik ist das Ensemble Resonanz ein herausragender Botschafter für die Kulturstadt Hamburg. Mit der Verleihung der Brahms-Medaille würdigt der Hamburger Senat jetzt die progressive Arbeit für die Musik auf und hinter der Bühne. Ich gratuliere den Musikerinnen und Musikern genauso wie dem ganzen Team zu dieser hochverdienten Auszeichnung.”

Tobias Rempe, Künstlerischer Manager und Geschäftsführer des Ensemble Resonanz: „Die Auszeichnung mit der Brahms-Medaille ist eine großartige Nachricht. Sie bezieht sich auf Aktivitäten im Hamburger Musikleben, und das bedeutet uns sehr viel. Dass wir als Residenzensemble der Elbphilharmonie und im eigenen resonanzraum auf St. Pauli gleichermaßen ein eigenes Publikum erreichen, ist nicht nur Ausdruck unserer Freude am Neuen sowie an Vielfalt und Breite im Angebot – es erzählt auch viel über das, was in Hamburg möglich ist. Wir sind sehr dankbar dafür.”

                                                                                                                                                            © Tobias Schult

Das Programm „BR4HMS”, das fünfte in der Konzertreihe des Ensemble Resonanz in der Elbphilharmonie, stellt den Hamburger Komponisten in den Fokus. Mit seiner Vierten hinterließ Brahms einen sinfonischen Monolithen, streng und monumental, Summe seiner kompositorischen Mittel und Ausdruck radikaler Tradition. Gemeinsam mit ihrem Principal Guest Conductor und Partner in Crime Riccardo Minasi widmen sich die Musikerinnen und Musiker erstmals dieser Partitur und präsentieren eine Interpretation in der gemeinsam entwickelten, zupackenden Klangsprache, mit der sie bereits mit den Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart internationale Erfolge gefeiert haben. Im Konzertprogramm des Ensembles trifft Brahms’ Vermächtnis auf dramatische Atmosphäre in Pietro Locatellis „Sinfonia Funebre” sowie auf die berühmte Konzertkantate „La Mort de Cléopatre” von Hector Berlioz – mit der französischen Sopranistin und Berlioz-Spezialistin Véronique Gens.